Vom Katzen-Impfpass und mehr/Meer – wenn Katzen Koffer packen

Reisen mit Katzen

On the road again- vermutlich. So oder so ähnlich hätte der Anfang der Geschichte gelautet- theoretisch ;). Uns hat mal wieder die Abenteuerlust gepackt und Richtung Meer gespült- wir waren Wiederholungstäter und haben in diesem Jahr Südholland mitsamt unserer zwei eingefleischten Reisekater unsicher gemacht. Bevor es aber soweit war, haben wir wie immer keinen Fettnapf ausgelassen, aber auch ein paar Bilderbuchorte haben es in die Kamera geschafft- langweilig wird’s also nicht, versprochen ;). Außerdem kennen wir uns jetzt umso besser mit dem Katzen-Impfpass aus, den man für solch einen Urlaub mit Katze unbedingt braucht innerhalb der EU und klären auf, was da rein muss und wie man ihn bekommt, wenn man ihn denn findet ;):

Und ab geht der Reisepost:

Alljährlich grüßt wieder das Katzentier: So ist es bei uns Tradition geworden, dass die Samtpfoten in weiser Voraussicht pünktlich zum Abreisetermin krank werden- jedem Tierchen sein Pläsierchen. Während uns im letzten Jahr Simbas Magen-Darm-Verstimmung einen duften Reisestart bescherte, freuten wir uns in diesem Jahr über Zorros tränendes Matschauge- Abwechslung muss schließlich sein. Auch die EU-Heimtierausweise, die man zum Grenzübertritt innerhalb der Europäischen Union benötigt, hatten sich einen Spaß erlaubt und spielten zum Abfahrtstag, eigentlich Sonntag, noch einmal eine Runde Verstecken mit uns. Schlussendlich traten wir dann einen Tag verspätet, aber immerhin mit den nötigen Papieren, die große Fahrt an –Socke war wie immer als Haus- und Hofperserchen daheim geblieben, einer muss ja auf die vier Wände aufpassen.

Wir entschieden uns weiter ein Auge auf das Auge von Zorro zu werfen und es erst einmal nicht behandeln zu lassen, da es lediglich tränte und ansonsten klar und nicht weiter störend für Zorro war, er schien nicht beeinträchtigt und unser Tierarzt schlug uns einen Termin Montagabend vor, den wir dann doch danken ablehnten, nicht zuletzt aufgrund des gut aufgestellten holländischen Tier-Gesundheitssystems. Dieses sollten wir dann auch noch auf abenteuerliche Weise kennen lernen – vorschriftsmäßig mit Impfass ;).

Aber wozu benötigt man eigentlich einen Katzen-Impfpass für das Reisen bzw. was ist der Unterschied eines normalen zum EU-Heimtierausweis für Katzen?

Eine Impfpflicht für Katzen, die in Deutschland leben, gibt es nicht. Allerdings entscheidet sich die Mehrheit der Katzenhalter schon für eine Impfung des Lieblings im Kittenalter, wie es oft auch von den Tierärzten des Vertrauens empfohlen wird. Hier erhalten diese bereits Schutz gegen Katzenseuche und Schnupfen, ggf. auch gegen weitere Erkrankungen, wie Leukose, FIP oder Chlamydien und ggf. Tollwut, die vor allem bei Freigängern in Erwägung gezogen wird. All diese Impfungen werden in einem nationalen Impfpass in gelber Farbe festgehalten. Sobald die Katze jedoch eine deutsche Grenze ins Ausland übertritt, ist aber der blaue EU-Heimtierausweis erforderlich. Um diesen beim Tierarzt zu erhalten, ist die Tollwutimpfung Pflicht. Außerdem muss das Tier gechippt sein (seit 2011, davor sind auch Tätowierungen zulässig). Die Tollwutimpfung ist drei Jahre gültig und muss mindestens 21 Tage vor Aus/bzw. Einreise in ein anderes Land erfolgt sein. Der Ausweis kostet um die 10€ und enthält alle wichtigen Infos zum Halter der Katze und auch zur Identifikation des Tiers. Vor Reiseantritt empfiehlt es sich aber immer, nochmal genau die Bedingungen des jeweiligen Landes zu checken, einige möchten nämlich zusätzlich eine Entwurmung, z. B. Norwegen, die auch an bestimmte Timings geknüpft ist. Holland zum Glück nur den Ausweis.

Jetzt also back on track und ab in den Urlaub mit Katzen-Impfpass an Bord

Katze im Rucksack

Am ersten Tag absolvierten wir also eine Marathonfahrt straight nach Holland aufgrund unserer leichten Verspätung dank der fast verlorenen Ausweise – Überraschung. So schlugen wir uns so einige Stunden auf der Autobahn um die felligen und unbehaarten Ohren- die Kater meisterten wie immer alles bestens, auch wenn das monotone Schnurren des alten Dieselmotores, der in etwa die Lautstärke einer Flugzeugturbine aufweist, für alle Beteiligten gewöhnungsbedürftig war zu Beginn. Eigentlich stand ein schöner Campingplatz als Tagesziel auf dem Plan, den das ungewöhnliche Urlaubsgespann dann gern auch zum späten Abend hin einfach direkt bezogen hätte, aber nicht nur an diesem Ort landeten wir vor verschlossenen Toren- alles voll belegt. Hauptsaison ist irgendwie nicht unser Ding. Schlussendlich ergibt aber am Ende alles einen Sinn, denn unser Nachtlager schlugen wir dann auf einem ruhig gelegenen Wohnmobilstellplatz in einem malerischen kleinen holländischen Dorf auf einem Kirchplatz auf- Campen für ein einziges Mobil offiziell erlaubt und ein Jackpot für uns in Alleinlage. Zwei Bier, zwei Katzen, zwei Zweibeiner, ein Fluss, ein Sonnenuntergang- mehr braucht’s manchmal nicht zum Glücklichsein.

Bei bestem holländischen Sommerwetter verbrachten wir die kommenden Tage in Wassernähe. Das Landesinnere bietet schöne Seenlandschaften mit relativ ruhigen und hundefreien Zonen zum Baden und Gassigehen- Win Win für alle vier also. Beim Urlaubsprogramm ist es wie bei einem guten Cocktail- die Mischung macht’s. So gönnten wir uns auch einmal einen Ausflug nach Arnhem, die Miezen schlummerten derweil friedlich im Wohnmobil, während wir anderntags auch einfach beide schnappten und sie mit zum Laufen nahmen- ganz, wie sie und auch wir Lust hatten. Die Temperaturen waren hier auf unserer Seite. Herrschte in Deutschland schon Sahara-Sommer, genossen wir bei 20 Grad die frische Brise und das kühle Nass. Da wir in diesem Jahr noch nicht allzu viele Ausflüge mit den Vierbeinern unternommen hatten, war es dennoch erstaunlich, wie schnell sie sich an die etwas andere Routine und das Leben im Wohnmobil anpassten – Gassi gehen inklusive. Dennoch entschleunigt das Verreisen mit Katzen allgemein sehr und es ist auch immer etwas Kompromissbereitschaft und Genügsamkeit seitens der Zweibeiner gefragt, das sollte man nie vergessen. Aber ist ja auch Urlaub, also kein Thema ;-).

Vierbeiner und Vierräder

Katze an der Leine auf Brücke

Aber was wäre Holland ohne Drahtesel? Selbstverständlich hatten wir wieder zwei an Bord und so durfte uns Simba durch einen niederländischen Nationalpark auf zwei bzw. vier Rädern begleiten, Zorro präferierte an diesem Tag, lieber unter der Bettdecke im Alkoven sein Schönheitsschläfchen zu halten, wie so oft auf dieser Reise- und wenn wir unter der Decke sagen, dann meinen wir das auch. Meist musste man erst das halbe Bett auseinander nehmen, um irgendwann einen schwarzen, einäugigen 😉 Maulwurf hierunter zu entdecken.

Die Dünenlandschaft mitten auf dem Festland war für Simba wie ein riesengroßes Katzenklo- muss man mal gesehen haben als Kater von Welt ;). Als wir in den Folgetagen am Meer unterwegs waren, hielten sich unsere Fellfreunde übrigens weiterhin an die weitläufigen Dünen, wie auch in den Jahren zuvor und nicht an die offene See oder das Flachland davor. Gekraxel auf äußerst nachgiebige Sandhaufen frei nach dem Motto „keinen Schritt vor, drei zurück“ stand hier regelmäßig an der Tagesordnung. Dichtes Schilf und auch hügelige Landschaften bzw. Sandanhäufungen bieten den Samtpfoten ein gutes Versteck, daher sind diese natürlich entsprechend beliebt bei ihnen- aber kein Problem, denn von oben ist der Ausblick auf das Meer für die Zweibeiner ja mindestens genauso gut. Um das Wohlbefinden der Abenteuerlöwen bei einem Strandbesuch sicher zu stellen empfehlen wir, unbedingt auf Windstärke und Festigkeit des Sandes zu achten. Kommt es zu Sandverwehungen aufgrund fehlender Feuchtigkeit am Untergrund und zu starkem Wind, kann dieser den kleinen Fellnasen direkt in die Augen wehen, daher bitte unbedingt die Gegebenheiten direkt am Boden regelmäßig überprüfen und ggf. lieber im Rucksack oder auf dem Arm tragen.

Da unsere zwei etwas anderen Urlaubsbegleiter das Meer nicht übermäßig schätzen, trainieren wir zwar immer einmal wieder dort, bauen aber sehr oft auch Spaziergänge in bewaldeten Gebieten oder auf Wiesen ein, soweit das möglich ist, da sie das kennen und lieben. Auch Deiche bieten hier eine tolle Alternative, meist sind sie begrünt und nicht selten auch von anderen flauschigen Vierbeinern bewohnt, die nur ein paar Nummern größer als die unseren sind und für eine interessante Abwechslung auf den Wanderungen sorgen. Meist gilt in dem Fall auch eine Leinenpflicht für Hunde oder sogar ein Verbot, was uns extrem in die Karten spielt, denn Katzen werden hier nie explizit erwähnt :-).

Katzen auf Abwegen

Katze am Fluss

Außerdem haben die Blogkatzen ein neues Hobby für sich entdeckt: Stellplätze und fremde Camper erkunden. Sind wir an einem Ort angekommen, an dem andere Wohnmobile und Wohnwagen stehen und die Umgebung ist einigermaßen ruhig, am besten dämmrig, checken unsere beiden ja eigentlich schüchternen Kater mal schnell die anderen Gefährte aus nach einer Mitfahrgelegenheit – so wird zielsicher jede (!) offene Tür angesteuert und nach bequemen Betten und streichelnden Händen Ausschau gehalten. Spätestens als sich Zorro auf dem Sitz eines belgischen Ehepaars einquartierte und sich dort eine halbe Stunde genüsslich durchknuddeln ließ, während wir im Regen standen und er sich nur mit Mühe und Not aus seinem neuen Lieblingsplatz lösen ließ, waren die Abenteuerkatzen wieder voll auf Kurs. Auch Simba wäre am liebsten in alle offenen Campertüren eingestiegen, hätte alle Fußmatten der holländischen Campingszene stundenlang inhaliert (ja, die kann man sich dort auch durchziehen offensichtlich ) und tatsächlich waren wir oft mal wieder die Attraktion schlechthin, egal wo wir landeten und nicht selten wurde das Handy gezückt und verzückt auf den Auslöser gedrückt ;-).

Sicher, dass man Katzen mit auf solch eine kleine Abenteuerreise nehmen kann und sie sich wohlfühlen, könnt ihr euch übrigens spätestens dann sein, wenn ihr nur eine Sekunde von eurem Klappstuhl aufsteht und dieser dann kurze Zeit später direkt frech vom Flausch belegt ist- wir brauchen also bald 4 Stühle :D.

Katze im Campingstuhl

Wie unser Tierarztbesuch mit unserem einäugigen Piraten verlief und was man bei 40 Grad ohne Klimaanlage mit einem Pelzmantel im Wohnmobil macht, verraten wir euch dann im zweiten Teil unseres Urlaubsberichts.

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Wenn du mehr über das Thema Reisen mit Katze wissen möchtest, schau mal in unsere Abenteuerkatzen-Kategorie, dort findest du alle spannenden Beiträge und Tutorials dazu, wie auch deine Katze das Laufen an der Leine lernen und sogar mit dir in den Urlaub fahren kann.

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