Katzengras verwenden- wieso, weshalb, warum?

Katzengras essen

Katzen und ihr Fell. Gerade zur Wechselzeit, die nach dem Sommer wieder ansteht, denkt sich der Katzenkörper wohl: Alles raus, was keine Miete zahlt – wie im Sommreschlussverkauf  – und rein mit dem Winterfell. Da wird sich tierisch oft geputzt und die Härchen landen alle im Magen- und Darmtrakt der Katze. Je nach Rasse und Lebensart kann das zum Problem führen bei der Verdauung und Ausscheidung.

Was kann bei der Fellabverdauung der Katze helfen?

Oft liest man vom sogenannten Katzengras neben anderen Hilfsmitteln für diese haarige Zeit. Aber hilft das wirklich und für welche Tiere ist es sinnvoll?

Katzengras- wofür überhaupt?

Zum sogenannten Katzengras zählen bestimmte Gräserarten, die von der Katze aufgenommen werden können, um das Hochwürgen von verschluckten Haaren und anderen unverdaulichen Substanzen zu fördern. Diese Art von Haarbällen nennt sich Bezoar (wie auch schonmal auf Facebook thematisiert) und ist eine ganz natürliche Sache bei der Miez, also kein Grund zur Sorge. Dennoch sollte man die Aufnahme der Haarmengen bei seiner Samtpfote im Blick haben, denn es besteht bei zu vielen Haaren die Gefahr, dass diese sich zu Klumpen sammeln und im schlimmsten Fall einen Darmverschluss hervorrufen. Damit es erst garnicht soweit kommt, kann der Einsatz von Katzengras angedacht werden.

Auch das Problem, dass Katz sich an den Zimmerpflanzen, die nicht immer ungiftig für den lieben Mitbewohner sind, vergreift, kann mit Katzengras abgewendet werden.

Wann setze ich Katzengras ein?

Vor allem für Wohnungskatzen eignet sich die Anschaffung einer Pflanze, da diese keinen Zugang nach draußen und zu entsprechenden Grasquellen haben. Weiterhin sind natürlich vor allem Langhaarkatzenrassen von einer Aufnahme enormer Fellmengen betroffen. Katzengras kann hier Verdauungsprobleme abwenden und helfen, das Gerümpel im Magen vorderseitig loszuwerden. Einen Ersatz für regelmäßiges Bürsten stellt es natürlich nicht dar.

Katzengras kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn die Katze bereits lange kein Fell mehr ausgeschieden hat, sei es rück- oder vorderseitig ;), und man das Gefühl hat, es könnte hier zu Problemen kommen.

Katzengras

Haare im Katzenmagen- Alternativen

Oft wird zu einer Gabe von Malzpasten geraten. Auch diese unterstützen die Ausscheidung der Haare. Das regelmäßige Bürsten der Katze sorgt dafür, dass ebenfalls eine gewisse Haarmenge im Utensil statt im Magen landet.

Welche Pflanzenarten können verwendet werden?

Oft werden hier simple Getreidesamen wie Weizen oder Gerste, aber auch Zyperngras gerne eingesetzt. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Blätter nicht zu scharf sind, da sonst Verletzungsgefahr im Maul- und Rachenraum besteht, daher wird oftmals auch von letztgenannter Sorte abgeraten. Auch die Grünlilie wird nicht ungern genutzt, filtert aber die Luft nach Schadstoffen und nimmt zum Beispiel Nikotin oder ähnliches auf. Im Raucherhaushalt ist sie daher tabu.

Katzengras- wo bekomme ich es her?

Fertige Katzengraspflanzen gibt es im Handel bereits für wenig Geld. Auch Samen zum selbstziehen können bestellt werden – zum Beispiel bei amazon.

Netter Nebeneffekt

Das Katzengras hilft nicht nur beim allseits bekannten Haarproblem, sondern enthält auch gewisse Stoffe zur Nahrungsergänzung der Katze, je nach Pflanzenart.

Unterschied Katzengras zu Katzenminze

Katzengras wird zur Unterstützung der Haarausscheidung gegeben. Katzenminze dagegen ist hierfür nicht geeignet. Sie wird aufgrund ihrer berauschenden Wirkung auf die Samtpfote gerne getrocknet Spielzeugen beigegeben z. B. kleinen gefüllten Säckchen, ähnlich wie auch Baldrian, oft zum Leidwesen des geplagten Riechorganes des Dosenöffners ;). Der neueste Hype im „Drogenmilieu“ der Katz ist übrigens Matatabi, besser bekannt als Silver vine, der eine ähnliche Wirkung entfachen soll wie die genannten Pflanzen. Ausprobiert haben wir das bisher noch nicht ;).

Unsere Erfahrungen mit Katzengras

Wir haben uns bereits vor einigen Monaten nach langem Hin und Her schlussendlich für einen Testlauf mit einer bereits vorgezogenen Katzengraspflanze entschieden – und haben es nicht bereut. Tatsächlich hilft es unseren Fellmonstern einfach, die Haare besser loszuwerden. Warum wir lange gezögert haben? Nicht zuletzt auch wegen der Horrorgeschichten, die durch’s Netz geistern und in denen von quersteckenden und verklemmten Grashalmen und scharfkantigem Katzengras und furchtbaren Verletzungen des Rachenbereichs die Rede ist. Doch dann sollte man sich in diesem Zuge die Frage stellen: Was machen die Besitzer von Freigängern? Wohl kaum die tägliche Wanderung des tierischen Mitbewohners auf Schritt und Tritt und über Stock und Stein begleiten, um zu kontrollieren, was er zu sich nimmt ;). Daher: Entspannt euch und vertraut auch auf die natürlichen Instinkte eures pelzigen Freundes. Und wenn ihr die Pflanze für die Wohnung auswählt, achtet beim Kauf einfach auf die Beschaffenheit der Blätter und natürlich auch auf die Wahl einer ungefährlichen und ungiftigen Pflanzenart und euer Liebling wird euch die Anschaffung des grünen Mitbewohners danken.

Seit wir mit unseren Fellmöpsen übrigens regelmäßig Gassi gehen, haben wir kein Gras mehr angeschafft, da sie dieses ganz von selbst und freiwillig während unseres Spazierganges draußen aufnehmen.

Abschließend interessiert uns natürlich auch: Bist du noch ganz grün hinter den Ohren was Katzengraserfahrungen betrifft oder ein alter Hase? Pro oder contra? Lass es uns gerne wissen :).

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2 Gedanken zu „Katzengras verwenden- wieso, weshalb, warum?

  1. Irene

    Bei uns leben seit fast 40ig Jahre, gleichzeitig 2 – 4 Katzen im Haushalt. Keine dieser Katzen hat einen Grashalm angerührt, der aus diesen Samen gezogen wurde. Und in meinen ganzen Freundeskreis, gibt es keine Katze, die dieses Gras frißt.
    Wir haben viele Grünlilien, die dank der Katzen aussehen, als wären sie von Motten zerfressen. Und ich kaufe ständig das Katzengras in Töpfen, wo aber immer nur die Spitzen abgefressen werden.
    Vor kurzem hatte ich das erste mal den Fall (natürlich am Wochenende), dass eine Katze nach ewiger quälender Würgerei, viel schaumige Flüssigkeit mit winzigen Grasstücken erbrach. Ich merkte aber, es muß
    noch etwas „quer gelegen“ haben. Wir hatten schon überlegt, ob wir in die Tierklinik fahren aber irgendwann
    hörte sie auf zu brechen. Aber sie fraß auch 12 Stunden nichts. Aber das war das erste mal, dass das fressen von Katzengras Probleme machte, statt sie zu beheben.

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