Verzweifelt- was ist mit meiner Katze?

Simba- Rolling Skin Syndrome

HORROR: Wenn das eigene Tier krank ist und einem, verdammt nochmal, einfach niemand sagen kann was es hat, dann ist jedes Herrchen oder Frauchen zu Recht verzweifelt und in Angst. Genau aus diesem Grund gibt es heute einen ungewohnt emotionalen Beitrag von mir persönlich und einen Einblick in meine derzeitigen Ängste. Vor unseren Kurzurlaub am vergangenen Wochenende ließen wir zwei muntere Katzen zurück- und am Montag dann der Tierarztbesuch. Aber was war passiert?

Wir ließen unsere zwei Katerchen, die nun beide beinahe das 2te Lebensjahr vollendet haben, vergangene Woche nicht das erste Mal seit sie bei uns einzogen guten Gewissens zurück, um uns Zweibeinern eine kleine Auszeit ganz ohne Vierpfötler zu gönnen ;)- denn leider können die, anders wie unsere hündischen Zeitgenossen, nunmal einfach nicht mit in die Ferien. Zurück blieben sie in ihrer gewohnten Umgebung betreut von lieben Freunden und Verwandten- bisher kein Thema. Als wir am Montag dann gut gelaunt von unserem Trip zurückkamen wurde nichts Außergewöhnliches von den Teilzeit-Dosenöffnern berichtet und auch unsere beiden Fellmäuse schienen munter wie eh und je.

Doch mittags dann der Schock: Simba ging ein Zucken durch den Rücken, einzelne Stellen bewegten sich dort auf und ab und er rannte wie von der Tarantel gestochen los, putzte sich dann abrupt äußerst gestresst an verschiedenen Stellen u. a. den Beinen und wirkte durch den Wind. Wir versuchten ihn in der Minuten andauernden Situation zu beruhigen, doch ein Einwirken war kaum möglich. Danach schien er sich zu beruhigen und es kehrte wieder Normalität ein, soweit möglich. Besorgt kontaktierten wir den Tierarzt unseres Vertrauens persönlich, um die Symptome zu schildern und einen möglichen Besuch abzuklären. Man riet uns dazu, erst nochmals abzuwarten. Als sich dies gegen Abend nochmals wiederholte entschieden wir die Katze fix einzudosen und ab zum Onkel Doktor zu fahren inklusive Singsang auf der Rückbank. Dort wurde ein erster Check absolviert u. a. auch auf möglichen Parasitenbefall geprüft oder auch ein Bandscheibenvorfall ausgeschlossen- auch Fieber lag keines vor, und so gab es Entwarnung.

Als mögliche Gründe nannte man eventuell Stress in Kombination mit dem vorherrschenden Fellwechsel. Diese Art von nervlichen Reaktionen komme bei Katzen außerdem häufiger vor. Ein wenig beruhigt durch die Worte des Fachmannes und mit einigen Hinweisen im Gepäck fuhren wir nach Hause. Tatsächlich folgten an diesem Abend keine weiteren Probleme- doch leider sollte das in den kommenden Tagen nicht so bleiben. Immer wieder traten Anfälle dieser Art auf. Meine Katze leiden zu sehen fällt mir unendlich schwer und macht mich traurig- vor allem, tatenlos zusehen zu müssen ist schier unerträglich. In diesen Augenblicken wünschte man sich, sie könnte einfach erzählen, was das Problem ist; ob sie Schmerzen hat…

Untätig herumsitzen ist für mich keine Option und so bemühte ich in diesem Fall ausnahmsweise einmal Dr. Google. Nie sollte man das als Erstdiagnose oder in einem Notfall vornehmen, wohl aber um sich über mögliche Krankheitsbilder, von denen es im Katzenbereich leider nur allzu viel gibt, zu informieren und abzuwägen, welche derer vorliegen könnten. Schnell wurde ich fündig und die Erfahrungsberichte einiger Internetnutzer deckten sich mit den Symptomen, die unser Simba zeigte. Mögliche Ursache: Rolling Skin Syndrome oder auch Felines Hyperästhesie-Syndrom. Dies ist eine nervliche Erkrankung und eine Sonderform der Epilepsie- weitgehend unerforscht und Ursache unbekannt. Oftmals wird aber Stress als Auslöser genannt und schlagartig fühlt man sich natürlich schuldig, dass die eigene Katze womöglich extrem unter der Abwesenheit der Lieblingsmenschen gelitten hatte. Aber nie mehr aus dem Haus gehen ist irgendwie auch keine Lösung und bislang hatte das ja auch prima geklappt- die Katzensitter waren immer mehr als fürsorglich.

Nun ja, sich selbst Vorwürfe machen bringt an dieser Stelle wohl keinem etwas, am Allermeisten der eigenen Katze nicht. So gilt es jetzt erst einmal zu schauen und die Routine des Alltags aufzunehmen. Stress in Form von längerer Abwesenheit unsererseits steht definitiv erstmal nicht an und wir hoffen so sehr, dass sich mit der Einkehr der Alltagsroutine auch die Symptome einfach so schnell verflüchtigen wie sie kamen.

Weiterhin habe ich natürlich alternativ noch in andere Richtungen geforscht- mögliche andere Quellen des Problemes könnten auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein- nicht ganz weit hergeholt, da Sensibelchen schon immer den Magen zu seinen Baustellen zählte. Daher werden wir auch versuchen, an dieser Stelle anzusetzen.

Um aber auch noch den vom Tierarzt vermuteten Punkt, nämlich Fellwechselprobleme, so gut wie möglich ausschließen zu können, wurde nun kurzerhand einfach das Winterfell eingekürzt– ein wichtiger Schritt beim teilweise undurchdringlichen Perserfell, welches das Unterfell-Auskämmen für keine der beteiligten Parteien zur Lieblingsbeschäftigung werden lässt, trotz Trainings von Kittenbeinen an. Kürzeres Fell bedeutet in dem Fall einfach weniger Aufwand, besseres Durchkommen mit der Bürste und weniger Stress. Win-win. Aber keine Sorge: Wir haben nun trotzdem keine Kurzhaarkatze ;).

Für uns steht jetzt nun das an, was für mich nur schwer zu ertragen ist: Abwarten und beobachten, ob die Anfälle sich legen und verschwinden und natürlich weiter auszuloten, ob das RSS zutreffen könnte, z. B. durch Bestätigen oder Widerlegen bestimmter Krankheitseigenschaften, wie erhöhte Schmerz- bzw. Berührungsempflindlichkeit während des Auftretens.

Natürlich werden wir sofort, falls eine Verschlechterung oder mögliche, vom Arzt geschilderte Zustände eintreten, wie Epilepsie-Symptome, direkt zur Untersuchung fahren und nach einem gewissen Zeitraum ohne Besserung natürlich einen umfangreichen Check mit großem Blutbild etc. durchführen lassen- aber hoffen wir, dass es dazu nicht kommen muss und unser kleiner großer Simba bald wieder auf dem Damm ist. Wir freuen uns über alle, die mit uns die Daumen drücken ;-(. Danke, ihr Lieben.

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13 Gedanken zu „Verzweifelt- was ist mit meiner Katze?

  1. Egyptian Mau Katzenblog

    Oh nein, traurig sowas lesen zu müssen und ich kann dich so gut verstehen!
    Auch ich kaufte Matt damals – gegen alle Regeln – mit einer „leichten Bindehautentzündung“,
    verliebt und so.
    Allerdings ging diese nicht weg und es dauerte ganze 6 Wochen und x-Tierarztbesuche bis wir alle Ursachen ausgeschlossen hatten. In der Zwischenzeit hatten es alle drei Katzen und es war so der Horror und was man da immer hört und speziell im Netz liest ist immer entsetzlich.
    Des Rätsels Lösung waren damals allerdings spezielle Tabletten um ganze 20ct das Stück, binnen vier Tagen war alles vorbei.
    Also lasst den Kopf nicht hängen, auch wenn es schwer fällt, es gibt immer Lösungen und Möglichkeiten.

    Wir drücken Euch alle Daumen und Pfoten!
    Ganz liebe Grüße, Felix

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    1. Blogkatzen Beitragsautor

      Hallo lieber Felix,

      vielen Dank für deine verständnisvollen Worte.
      Das wäre mir wohl genauso gegangen- da entscheidet dann einfach das Herz in so einem Fall.

      Wow, auch eine echte Zerreißprobe, auch über so eine lange Zeit. Und natürlich sollte man die Sachen nicht für bare Münze nehmen aus dem Netz, aber informieren tut man sich ja doch.
      Toll, dass ihr dann eine verhältnismäßig einfache und aber auch schnelle Lösung gefunden habt. Das macht uns Mut, dass der Albtraum hier auch bald ein Ende hat. Wir glauben fest dran und es ist auch schon ein klein wenig besser :).

      Ganz lieben Gruß und ein großes Danke nach Österreich
      Diana, Zorro und vor allem Simba

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    1. Blogkatzen Beitragsautor

      Guten Abend liebe Bärbel,

      ja, man fühlt sich einfach machtlos. Aber wir versuchen das beste, lenken ihn auch ab und vermeiden Stress und haben auch das Gefühl, dass es sich langsam etwas bessert, insofern toi toi toi. Die Besserungswünsche kommen direkt bei unserem Fellknäuel an in Form von Streicheleinheiten.

      Wir danken <3-lich und sagen liebe Grüße
      Diana, Zorro und unser Sorgenkätzchen

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  2. Coco und Nanju

    Es tut uns sehr leid, das zu lesen.
    Stress durch Abwesenheit kann aber wirklich so einiges auslösen.
    Das hatten wir bei Coco nach unserem letzten Urlaub auch.
    Wir drücken ganz doll die Daumen, dass alles wieder gut wird.

    Liebe Grüße, Iris mit Coco und Nanju

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    1. Blogkatzen Beitragsautor

      Hallo Iris,

      lieben Dank für’s Daumen halten- jede gedrückte Pfote zählt <3.
      Ja, wir denken auch erstmal an Stress. Was hatte denn Coco nach dem Urlaub genau?

      Liebe Grüße auch an Coco und Nanju,
      Diana und die Jungs

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  3. Sabine von Expedition Fellnase

    Hallo liebe Diana,

    ach Mensch, ich kann das auch so gut nachvollziehen. Als Lyn über Monate diese unspezifischen Blasenentzündungssymptome hatte und keiner wusste, woher das kam, hat es mich auch total fertig gemacht. Man leidet mit und würde so gerne helfen, aber man weiß gerade zu Anfang einfach nicht wie. Da wünscht man sich, dass die Fellnase sprechen kann. Man würde schließlich fast alles tun, damit es der Sorgenkatze wieder besser geht.

    Aber wie auch schon Felix geschrieben hat, es gibt immer Lösungen und Möglichkeiten, also lass dich nicht unterkriegen!

    Ich drücke euch fest die Daumen und wünsche Simba eine gute Genesung

    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. Blogkatzen Beitragsautor

      Liebe Sabine, schön, von dir zu lesen :-).
      Ja, da gings’s euch ja ganz genau so- einfache eine schlimme Zeit, die man keinem wünscht- immer so im Dunkeln zu tappen. Aber wir hoffen einfach und mit so viel lieber Unterstützung und Zuspruch sind wir guter Dinge. Haben auch den Eindruck es legt sich ein wenig, aber beobachten jetzt erstmal über’s Wochenende und bleiben weiter dran.

      Danke danke für deine lieben Zeilen.

      Knuddler an deine Fellnasen

      Lieben Gruß
      Diana

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